:: Domain-Abzocke ::

Sie haben Post …

Nein, diesmal nicht im Email-Programm, sondern im guten alten Postkästchen. Der Absender, „Domain Registry of America“, ist mir aber eigentlich nicht bekannt. Klingt aber schon mal verdächtig…

Das Kuvert ist schnell geöffnet, und – wie hübsch – eine vollgedruckte Seite kommt mir entgegen. Aha, meine Domain läuft also bald (immerhin in 4 Monaten …) aus und ich muß sie verlängern. Aber wieso bei DRoA?

Alte Masche …

wie ein schneller Blick im Internet zeigt. Der Suchbegriff nach dem Absender führt schnell zu vielen Seiten, die davor Warnen, das auszufüllen und zurück zu schicken (ich hätte es ohnehin nicht gemacht). Letztendlich zielt das ganze darauf ab, unbedarfte Homepagebesitzer zu verunsichern und sie dazu zu bewegen, den Domain-Verwalter zu wechseln.
Wer es nicht weiß: üblicherweise ist die Domain-Verwaltung im Paket des Hostings enthalten und wird vom jeweiligen Hoster übernommen (Ausnahmen bestätigen die Regel, aber für die meisten Nutzer dürfte das jetzt unerheblich sein).

Analyse des Schreibens

Wer es genau liest, kann daran eigentlich nichts verwerfliches erkennen, immerhin steht doch sehr genau drinnen, das es sich hier lediglich um ein Angebot handelt („This notice is not a bill, …“). Trotzdem muß man feststellen, das das Schreiben von der ganzen Aufmachung her sehr darauf abzielt, den Empfänger zu verunsichern und ihn dazu führen soll, möglichst schnell zu unterschreiben und damit die Domainverwaltung an DRoA abzugeben.
Es handelt sich bei DRoA übrigends nicht um eine „amtliche“ oder mit der tatsächlichen Verwaltung von Domains betrauten Stelle, sondern um eine ganz gewöhnliche Firma, die einfach versucht mit dem „Verkauf“ von Domains Geld zu bekommen.

An sich wäre das jetzt noch nichts schlimmes, aber letztendlich sind die angebotenen Preise doch ziemlich hoch. Wie schon erwähnt, diese Leistung ist üblicherweise bereits enthalten im Hosting-Paket und daher in keiner Weise erforderlich.

Ganz besonders frech an dieser Masche ist wohl, daß hier über automatisierte Abfragen nach in kürze auslaufenden Domains gesucht wird und – jetzt kommts – der eingetragene Besitzer unaufgefordert angeschrieben wird. Daraus zeigt sich, das die derzeitige Art und Weise der Domain-Verwaltung nicht gerade eine glücklich gewählte Form ist, denn woher hätten die sonst meine Postadresse?

Um es kurz zu machen

wer ein solches Schreiben erhält, kann es auch gleich wieder entsorgen. Bei Emails hätte das mein Spamfilter schon automatisch erledigt, die Papierfassung muß ich immer noch selbst wegwerfen…

So sieht das Schreiben aus:

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Und hier noch das Kleingedruckte

um einen vernünftigen Größenvergleich zu schaffen, hab ich einen guten alten Schilling miteingescannt. Ich glaube, ohne Lupe dürfte es schon sehr anstrengend sein diese Sammlung (fast eine ganze A4-Seite vollgeschrieben) zu lesen, vor allem weil die Zeilen äußerst lang sind.

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