:: Wohnungsrückgabe mit Hindernissen ::

Irgendwann ist es bei fast jedem soweit. Dann muß man seine Wohnung an die Hausverwaltung zurückgeben. So auch in meinem Fall, als wir endlich in eine große Wohnung gezogen sind. Da ich die Wohnung in den letzten Jahren nur mehr als Lager missbraucht habe, trifft mich auch der Verlust nicht so schlimm.

Leider ist die Angelegenheit nicht immer so schnell erledigt wie man das gern hätte….

Zunächst einmal den Mietvertrag durchgelesen. Worte wie „gerichtliche Kündigung“ tauchen darin auf. Naja, daß muß heutzutage in Mietverträgen drin stehen, aber man kann sich ja auch einigen und darauf verzichten. Und dann ist ja noch meine Küche, die ich eigentlich nicht ausbauen will, der Nachmieter würde sich ja freuen wenn da gleich was gutes drinsteht, aber natürlich würde ich sie nicht einfach herschenken (und inzwischen bin ich sehr, sehr froh darüber). Mietvertrag „wie übernommen“ … na gut, also muß auch die hässliche Alu-Abwasch und der superbillige Herd wieder rein.

Anruf bei der Hausverwaltung F., ob die Küche vielleicht bleiben kann? Natürlich nicht (höchstens ich würde sie kostenlos dort lassen). Na gut, und die Kündigung, muß die unbedingt per Gericht sein? Auf jeden Fall. Prima, da bin ich aber froh, daß ich zu dieser Zeit von Montag früh bis Freitag abend in Kroatien arbeite und daher jederzeit einen Sprung auf’s Gericht machen kann. Egal, wir nehmen uns extra einen Urlaubstag und erledigen das. Datum: 21.Mai 2004. Geht sich gerade noch aus, daß per Ende Juni die Wohnung Geschichte sein sollte.

Natürlich räume ich die Wohnung an den Wochenenden so gut es geht mit tatkräftiger Unterstützung von Freunden. Die Tage gehen so dahin, niemand meldet sich. Am 14.Juni endlich ein Einschreiben von der Hausverwaltung im Postkasten, natürlich abzuholen persönlich am Postamt in Ottakring. Ich wohne ja jetzt „eh nur“ in Stadlau, also quasi um’s Eck. Damit muß ich Montag’s wohl etwas später zu arbeiten beginnen, den vor 8.00 sperrt das Postamt nicht auf. Aber trifft sich gut, muß für die Firma auch was erledigen in Wien. Halb so schlimm.

21.Juni, kurz nach 8.00Uhr hol ich mir das Einschreiben. Im Auto gleich aufgemacht, bin ich überrascht. „Benachrichtigung über die Vorschreibung ab Juli 2004“. Moment, Juli 2004 bin ich doch gar nicht mehr Mieter in der Wohnung. Dafür also habe ich mich gut eine Stunde durch den Wiener Morgenverkehr gewühlt. Und kein Wort von der Kündigung. Ich bin begeistert. Nächster Schritt: Ein Telefonat.

Am anderen Ende die Hausverwaltung. Weswegen ich anrufe? Wegen der Kündigung der Wohnung. Wie, keine Kündigung, ich habe doch per Gericht …. (rascheln im Hörer) ach doch, stimmt, wir haben hier Ihre Kündigung, ich verbinde… Gut, jetzt weiß ich wohl warum sich niemand meldet wegen der Kündigung, die haben’s einfach nicht überrissen. Nach kurzem geplänkel mit Fr. R. steht der Termin fest. 28.Juni, 9.00Uhr.

Am Wochenende noch den letzten Rest aus der Wohnung, staubgesaugt, ausgemalt. OK, der Boden sieht so schlecht aus wie bei meinem Einzug, die vorhandenen Flecken sind in den letzten 6 Jahren nicht verschwunden. Und die Decke im Vorzimmer? Sonntag abend, ich will nicht mehr. Pfeif drauf.

Rückgabe der Schlüssel mit Fr.X.(hab mir ihren Namen leider nicht gemerkt). Jaja, der Teppich, furchtbar. So war der nicht wie ich die Wohnung übernommen hab. Woher will die beste das Wissen, ich hab sie in all den Jahren nicht gesehen, und wenn die weiss was vor 6 Jahren für Flecken da waren oder nicht, muß sie hochintelligent sein (und das kann ich beim besten Willen nicht glauben, sonst hätte sie einen besseren Job). Die Decke gestehe ich – keine Farbe mehr gehabt 😉

Gut, es wird festgehalten, Teppich muß ausgebessert werden und Decke im Vorzimmer auch. Ich unterschreib das mal. Warum mach ich so blödheiten überhaupt mit… Egal, ich ärgere mich maßlos über die präpotente Art dieser Frau und bin froh, daß nun alles erledigt ist. Am Nachmittag sollte der Anruf kommen, wieviel das kostet und was mir dann überbleibt von der Mietzinsvorauszahlung.

6 Wochen später, nach einem schönen Urlaub. Immer noch nichts von der Hausverwaltung. Also greift Norbert zum Computer und schreibt ein nettes Fax an die s.g. Damen und Herren. Ich will mein Geld endlich.

Ein paar Tage später, tatsächlich ein Schreiben mit der Aufstellung, was die Behebung gekostet hat und was mir überbleibt. Aber ehrlich, ich zahl doch nicht 940€ für einen neuen Teppich (21m²) und Decke (ca.15m²) streichen im Vorzimmer. Was bleibt mir über, ich rufe Fr. R an und sag ihr das auch so. Ein Schreiben soll ich ihr schicken, damit sie das dem Chef vorlegen kann. *grrrrr*. Ich schreibe ihr also was ich davon halte und harre der Dinge. Der Kalender zeigt mir bereits den 9.Aug.

12.Aug., die Firma R., welche die Arbeiten ausgeführt hat ruft bei mir an. Aha, das Vorzimmer wurde komplett ausgemalt, Teppich getauscht, blablabla. Gut, die Teppichkosten kann man halbwegs akzeptieren (ich find ihn nach wie vor zu teuer, ca. 20€/m²). Der Malerpreis ist auch ok, aber ich will nicht für das ganze Vorzimmer zahlen. Muß ich mir mit der Hausverwaltung ausmachen, sagt der gute Mann. Eh klar, genau das ist meine Absicht. Er erklärt mir noch daß die Hausverwaltung ihm scheinbar die Rechnung nicht zahl, solange ich „so böse“ bin und der Hausverwaltung nichts bestätige. Ich glaube, da muß ich noch etwas überprüfen, ich bilde mir doch ein auf der Rechnungskopie so etwas wie Zahlung innerhalb von 14 Tagen gelesen zu haben. Die Rechnung ist aber erst 30 Tage alt…..

Also gut, daß mit der Rechnung war nur Einbildung. Macht aber nix, ich weiß dafür, wo ich die 14 Tage gelesen hab. Auf der Rechnung vom Installateur, der im Winter die Therme gerichtet hat. Die Therme, die zur Wohnung gehört. Und damit dem Vermieter. Nun, könnte man da nicht …

Klar kann man und da tue ich es auch. Also der lieben Hausverwaltung ein neues Fax geschickt. Um’s kurz zu machen, die Sache mit der Therme, all der Ärger und blabla, ich biete 550 und dann wär’s für mich erledigt. Rund eine Woche vergeht, und keiner rührt sich. Ich mach mir ja schon richtig sorgen, vielleicht sind die jetzt in Konkurs? Schön langsam hab ich Zeit, weil jetzt dauerts schon so lang daß es mir auf ein paar Wochen mehr oder weniger nimmer ankommt.

23.08. rührt sich wieder etwas. Ich seh spätabends nach dem Training einen Anruf auf dem Telefon. Nummer kenn ich nicht, aber wer so spät anruft hats nicht besser verdient, ich ruf zurück. Fa. R, der nette Malerbetrieb. Hui, jetzt wirds interessant oder? Er hat mein Fax von der Hausverwaltung bekommen, und er will sich mit 550 nicht zufrieden geben – versteh ich auch vollkommen, würde ich auch nicht. Wir unterhalten uns ein paar Minuten und ich bin erschüttert. Die Hausverwaltung schickt ihm mein Fax und sagt er soll sich mit mir einigen. Was hat der Maler mit der Therme zu tun? Nichts, genausowenig wie mit Wänden die sich zerlegen. Ich werd das Gefühl nicht los das sich da jemand ein leichtes Leben auf fremde Kosten machen möchte.

Als nächstes also folgt von mir ein Anruf bei Arbeiterkammer und notfalls bei der Mietervereinigung. Warum soll ich mich mit dem Maler herumärgern – nichts gegen Fa. R, die sind nett, aber ich hab mit denen überhaupt nichts zu tun. Ich an seiner Stelle würde die HV ja längst schon auf bezahlung der Rechnung verklagen, aber dazu kann ich ihm ja auch noch raten.

Der Versuch, telefonisch jemanden zu erreichen ist leider mißglückt. Warum arbeitet um 8.50Uhr noch niemand? Egal, ich hab keine Zeit also schreib ich nebenbei ein nettes Fax an die HV. Mal sehen ob sie darauf reagieren, ist ja auch erst mein 4. Schreiben….

Unglaublich, aber wahr. Ich bekomme eine Antwort per Fax. Zusammengefasst:sie bieten mir einen Nachlass von 200€ und ersuchen um unterzeichnete Retoursendung, damit sie das Geld überweisen können.
Na sicher nicht, 200€ ich glaub die spinnen.

Also schnell mal eine Antwort an den Chef, weil telefonisch ist er nicht so leicht zu erreichen – sonst würd ja jeder daherkommen und mit dem Chef reden wollen statt mit nicht entscheidungsbefugten Mitarbeitern. Die gewünschte telefonische Rücksprache bleibt vorerst natürlich mal aus.

Inzwischen kommt die nächste Urlaubszeit – Berlin ruft.

Rückkehr am 20.9. Kein Rückruf von der HV. Habe ich aber auch nicht anders erwartet. Am Donnerstag fällt mir die Geschichte auch wieder ein. Ich nehm kurzentschlossen das „Angebot“ und vermerke handschriftlich, welche Summe ich mir vorstelle – und noch ein paar böse Worte auch, ich kanns nicht lassen.

Und dann passiert es: 28.9., ein Kontoauszug trudelt mit der Post ein. Ich freu mich schon weil ich endlich wieder Gehalt bekomme und schau mir das gelangweilt an.

Aber die Summe …. ja, tatsächlich, es ist nicht mein Gehalt, sondern ich habe endlich mein Geld von der Hausverwaltung zurückbekommen!

Tja, und jetzt bin ich mit einer großen Leere gefüllt. Keine Schreiben mehr an die HV, nichts mehr das ich hier auf der Seite fortführen kann. Echt traurig 😉

Aber keine Sorge, es wird sich schon jemand finden, der mir hilft dieses Problem zu beheben. Erst mal den Kontoauszug prüfen, da könnte schon der nächste Kandidat angeführt sein ……

Die Kommentare sind geschlossen.