:: Chinchilla-Käfig ::

Wir bauen einen Chinchilla-Käfig

Irgendwann war es soweit, Daniela und Christian ziehen zusammen. Und natürlich müssen auch die Haustiere mit. Da es sich dabei um sehr gefrässige Chinchillas handelt (ich gebe jetzt mal zu das ich über die Tiere nichts weiss und sie bis heute (also während ich das hier schreibe) nicht in Natur gesehen habe. Aber eigentlich macht das nicht, die Aufgabe war ja ganz einfach. Bauen wir einen Käfig für die Tiere.

Zunächst Stand nur eine Idee im Raum, der Käfig soll ca. 2m hoch und überhaupt sehr groß sein um genügend Platz zu bieten. Also wurde erst mal eine Skizze angefertigt. Leider hab ich die Skizze nicht mehr, aber sie wurde auf dem Display eines Pocket-Computers erstellt, jeder der so ein Gerät kennt kann sich ja in etwa vorstellen wie „gut“ das geht. Aber zumindest konnte man erahnen in welche Richtung das gehen soll. Somit wurde es kurz darauf Zeit für den nächsten Schritt:

Das erstellen eines genauen Planes. Eigentlich ganz einfach. Aber ich wußte weder was die Tiere wollen, welches Material genau verwendet wird oder wo der Käfig stehen soll. Also müssen die Eigentümer helfen.
Das wichtigste ist, daß der Käfig aus stabilem Gitter gemacht wird – Chinchillas fressen Holz scheinbar mit Vorliebe. Der Rahmen soll ruhig aus Holz werden, aber das muß dann so sein das nicht am Holz genagt werden kann. Na gut schön langsam reift eine Idee im Kopf, die muß man ja nur mehr zu Papier bringen. Ach ja, eine Türe soll natürlich auch rein, schließlich können die Tierchen nicht einfach mal so auf’s Klo gehen. Dann noch Kleinigkeiten wie die Schräge der Dachwohnung berücksichtigen, darauf achten daß der Käfig nicht zu klein wird und so weiter. Langer Rede, kurzer Sinn, der Plan war dann doch irgendwann fertig.

chinkafig

Planung Käfig

Naja, das schaut ja schon mal nach etwas aus. Zumindest in der Theorie. Aber darauf folgt ja bekanntlich die Praxis.

Also, Samstag in einen der vielen Baumärkte und Material besorgen. Die Einkaufsliste ist da wirklich hilfreich, ich glaub sonst wäre das in Chaos ausgeartet. Zwischendurch taucht noch die Frage auf, welches Material man denn für die Grundplatte nehmen kann – letztlich fällt die Entscheidung auf eine Spanplatte mit Buche-Furnier, 19mm. Bei den diversen Latten und Brettern ist die Auswahl doch eher begrenzt, da nimmt man was man bekommt, sofern es farblich halbwegs passt. Die „Dach“-Platte ist dann eine einfache Rückwand-Platte, 4mm. Die Gitter sind einfaches Regalgitter in grau. Dann noch Kleinzeugs (Schrauben, etc. was man nicht daheim hat) und auf zur Kasse – dicke Geldbörse ist erforderlich!

Daheim die Sachen aus dem Leihauto ausladen und in die Wohnung bringen. Wer Pech hat, muß die Sachen in den 3. Stock über eine enge Treppe bringen, kein Lift vorhanden…. Aus Platzgründen sollte man die Reihenfolge überlegen, sonst könnte es eng werden.

Ich beschreibe jetzt mal, wie wir den Aufbau gemacht haben, aber ich möchte nicht behaupten daß es sich dabei um die beste Möglichkeit handelt. Aber ich kann garantieren, daß es funktioniert hat – die Bilder am Ende beweisen das ja hoffentlich.

Hinweis: wer das nachbauen möchte, sollte sich bewusst sein, daß hier arbeiten mit gefährlichen Maschinen durchgeführt werden müssen (Stichsäge, Kreissäge, Trennscheibe, Akkuschrauber, etc.). Ich übernehme keine Haftung für Verletzungen, Scheidungen, Schreikrämpfe, fehlende Körperteile, etc.!

Zunächst einmal wird die Grundplatte halbwegs an den Aufstellplatz gebracht. Wer nicht das Pech hat sich mit Dachschrägen ärgern zu müssen, kann sie auch dort hinlegen, wo der Käfig stehen soll, wir mußten da ein klein wenig abrücken, aber das spätere verschieben des gesamten Käfigs war kein Problem. Die Grundplatte ist mit 2×1,4m und 19mm Stärke auch das schwerste Einzelteil, wenn das mal oben ist, kann’s ja nur mehr besser werden.

Jetzt erst mal die 5 Gitter, die an die Front kommen, auflegen und den Platz ausloten. Ein Problem an der Sache war, daß die Gitter nicht wie geplant 44cm, sondern nur 40cm breit waren. Da wir das beim Einkaufen aber nicht mehr hin und her rechnen wollten, bleibt letztlich ein Rand der Grundplatte ungenutzt – ich denke das könnte man für Zubehör nutzen oder einrechnen und die Platte entsprechend verkleinern. Die andere Möglichkeit besteht darin, den Käfig um ein Gitter breiter zu machen, aber dann stimmt die Einkaufsliste gar nicht mehr.

Als nächstes werden die Latten zugeschnitten, wir haben 1cm überstand zum Gitter genommen, damit die Ungleichheiten der Gitter ausgeglichen werden können und für die obere Latte genug Platz bleibt. Dann geht es daran die Gitter an den Latten zu befestigen. Dazu haben wir jeweils 2 Gitter auf einer Latte befestigt. Am Rand wurde eine 5x5cm-Staffel verwendet, um den Käfig auch ordentlich stabil zu halten. Den Bereich der Türe haben wir vorerst ausgelassen – jetzt haben wir erst mal die Frontwand. Da die Latten und Gitter zusammen schon einigermaßen stabil sind, konnten wir die Wand aufstellen und die Latten mit Winkeln an der Grundplatte verschrauben (kleiner Tipp, erst die Winkel an die Latten und dann erst die Gitter montieren, das machts etwas einfacher). Ruckzuck steht die erste Wand und man bekommt schon mal ein Gefühl, wie das ganze aussehen könnte.

Danach haben wir den Rahmen für die Tür gebaut, um die 2. Rand-Staffel an der richtigen Stelle aufstellen zu können. Empfehlenswert ist es, den Rahmen mit Hilfe von 90°-Winkeln zusammenzuschrauben, dann verzieht sich nichts, aber es geht auch ohne. Schnell das Gitter auf den Rahmen und fertig ist die Türe. Damit kann auch die 2. Randstaffel an die richtige Stelle geschraubt werden und dann zur Stabilisierung die obere Latte festgeschraubt werden.

Als nächstes haben wir die hinteren Steher ausgerichtet. Da wir ja die Dachschräge berücksichtigen mussten, war entsprechendes kürzen nötig. Dann konnten auch schon die oberen schrägen Bretter an der Seite montiert werden. Wir haben das gleich auf beiden Seiten gemacht. Somit konnten wir festlegen, wo wir die Gitter (die es nur in 1,8m und 0,9m Länge gab) kürzen müssen, so das nicht übersteht.

Hier haben wir eine kleine Planänderung gemacht. Eigentlich wollten wir auch an der Seite zwischen den Gittern die Latten verwenden, aber entschieden uns dann die Gitter direkt aneinander zu stellen und an die oberen und unteren Bretter zu befestigen. Ursprünglich wollten wir ja unten als Schmutzfänger zwischen die Latten die Bretter einpassen, aber das haben wir auch geändert.

Nachdem die Gitter gekürzt waren, noch schnell die unteren Bretter zwischen die vorderen und hinteren Steher geschraubt (mit Winkeln natürlich) und schon konnten die Gitter befestigt werden. Damit waren die Seitenteile auch erledigt.

Für die Rückwand haben wir uns entschieden, 2 Bretter übereinander entsprechend einzupassen. Damit konnten kleine Ungenauigkeiten ausgeglichen werden und es besteht keine Gefahr, daß an der Rückwand der Mist rausgeworfen wird.

Für das Dach wurde die 4mm-Platte aufgelegt auf die Konstruktion. Da (wie erwartet) diese dünne Platte zum durchhängen neigt, wurde an 3 Stellen (im Plan waren es nur 2, aber Papier ist ja so geduldig) Holzlatten aufgelegt und das Dach von innen nach oben festgeschraubt. Wenn nicht ein anderes Haustier darauf schlafen will, sollte es keine Probleme mit dem durchhängen geben (bei der Schräge ist das aber auch unwahrscheinlich).

Als letztes wurde noch die Türe mit den Scharnieren befestigt und nach kleinen Einstellarbeiten geht sie auch wunderbar auf und zu.

Damit ist der Käfig fertig, es fehlt nur mehr die Innenausstattung. Die sollte wohl jeder selbst seinem Haustier abstimmen.

So sieht’s aus wenn die Arbeit fertig ist:

kafig_001

Käfig – Schrägansicht

kafig_002

Käfig – Frontansicht

Für die Arbeitswilligen:
wir haben für die Arbeiten (ohne Einkaufen) zu zweit mit zeitweiligem Helfer ca. 8 Stunden benötigt. Beim Material haben wir uns, wie im Text erwähnt, nicht immer ganz an die Einkaufsliste gehalten – aber beim Planen weiß man ja nicht immer was im jeweiligen Baumarkt vorhanden ist. Aber wenn man halbwegs weiß wie das ganze am Ende aussehen soll, kann man das ja ohne größere Probleme vor Ort entscheiden. Noch leichter wirds, wenn der Baumarkt um die Ecke ist, da kann man einfach 4mal hingehen und nachkaufen – wir habens aber ohne geschaft 😉

Für die Puristen:
die Grundplatte könnte natürlich mit Kantenleimern gekauft werden. Sieht sicher noch besser aus. Und die abgeschnittenen Gitter kann man auf der Innenseite nochmals mit einem Holzbrett abdecken – bei der Holzgier die Chinchillas aber haben ist die Frage wie das in ein paar Monaten aussieht. Das Holz kann mit Farbe auf der Aussenseite (!) entweder dem Gitter oder der übrigen Wohnungseinrichtung entsprechend farblich angepasst werden. Und und und – es gibt sicher vieles das man besser machen könnte.

Wer keine Chinchillas hat: Ich glaube in der Größe kann man auch Papageien, Katzen, kleine Hunde, Kinder (?), etc. auf länger unterbringen – eventuell muß man das Material etwas anpassen, je nach Appetit und anderen Gewohnheiten der Einwohner. Für die Spinner: Nein, ich glaube nicht das man Menschen darin einsperren kann, dafür ist es auch nicht gedacht.

Die Kommentare sind geschlossen.